“Aufgeben was ich liebe – lieber gehe ich meine Angst an!”

“Aufgeben was ich liebe – lieber gehe ich meine Angst an!”

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Dies ist ein Erfahrungsbericht unserer Praktikantin Nadia Pietrantonio von vermittlungshunde-agrilia. Sie ist eine erfahrene Hundehalterin und begleitete Oliver an ein Angst-Coaching vom Samstag 24. März 2018.

Diesen Samstag durfte ich Oliver Weber zu einem weiteren Angst vor Hunden Training begleiten. Die betroffene Klientin ist zu ihrem zweiten Angstcoaching angereist um daran zu arbeiten gelassener und selbstsicherer bei verschiedenen Hundebegegnungen zu werden. Mit dabei waren diesmal der stattliche, eindrucksvolle Rüde Neo und die erfahrene, gelassene Hundedame Chira.

Die Klientin erzählt, dass sie in ihrer Freizeit gerne und oft mit dem Fahrrad unterwegs ist. Ihre geliebten Velotouren sind für sie aber nicht entspannt und erholsam, sondern sie werden immer wieder zu Spiessroutenläufen. Anstatt unbeschwert die Natur zu geniessen ist ihre Angst vor Hunden allgegenwärtig.

Für mich ist die Vorstellung sehr betrübend, Aktivitäten welche ich liebe und aus denen ich Kraft und Ausgleich zum Alltag schöpfe, nicht mehr unternehmen zu können weil ich Angst habe meiner Angst zu begegnen.

Die Klientin kam mir anfangs entspannt vor. Chira kannte sie bereits und auch an Neo (der doch sehr eindrücklich ist) hat sie sich rasch gewöhnt. Doch als Neo einmal lautstark bellte war die Angst da. Es ist beeindruckend wie ein kurzer Laut so viele negative, panische Gefühle auslöst und einen Menschen so aus den Angeln reisst. Für mich als Begleitung war die Überraschung über das Bellen nach Sekunden vorbei, für die Klientin war es wie ein Abgrund. Ist die Angst einmal da, spulen sich die Muster ab ohne, dass es für den „Zuschauer“ einen ersichtlichen Grund gibt. Ängste so wie andere Gefühle sind tief in uns verankert. Jeder kennt sie. Aber nicht alle Ängste trifft man tagtäglich an.

Im Verlauf unseres Spazierganges trafen wir immer wieder Hunde an und mit jeder Begegnung ging es besser. Oliver Weber begleitet die Betroffenen durch jede Begegnung, lernt ihnen das Verhalten des Hundes zu verstehen und ein Gefühl für die Mensch/Hunde Teams zu entwickeln. Die Klientin konnte das Gelernte gut umsetzen und somit auch immer mehr Vertrauen in sich selber fassen.

Interessant waren die vielen Fragen die gestellt wurden.

Steigt man vom Fahrrad ab oder nicht wenn man einem freilaufenden Hund begegnet? Soll man schnell oder langsam in die Pedale treten? Was löst das beim Hund aus? Wie verhält man sich bei einem Bauernhofhund? Was geht eigentlich im Hund vor, wenn man an seinem Territorium vorbei geht? Wie soll man sich verhalten, damit er mich nicht als Eindringling sieht?

Eindrücklich, wie viele Fragen sich die Klientin stellt, welche sie sich im Moment der Hundebegegnung ja nicht beantworten kann.

Oliver Weber ist auf alle ihre Fragen eingegangen und hat wertvolle Ratschläge gegeben und erklärt wie man sich in verschiedenen Situationen verhalten kann. Dies gibt dem Betroffenen mehr Sicherheit und vor allem Vertrauen in seine eigene Fähigkeit Situationen zu kontrollieren.

Beim Abrufspiel mit Neo hatte sie sogar sichtlich Freude. Ich war sehr beeindruckt von ihrem Mut und ihrer Begeisterung mit Neo so unbekümmert umzugehen. Ihre Motivation weiter am Umgang mit ihrer Angst zu arbeiten hat mich sehr gefreut und es ist schön zu sehen, wie man den Menschen durch dieses Coaching langfristig und effektiv helfen kann.