Überraschende Glücksgefühle

Seit einigen Wochen trainiert eine junge Frau (24J.) bei uns, da sie ihre Hundephobie nicht mehr länger hinnehmen will. Sie wollte trotz allen gutgemeinten Ratschlägen ihres Umfeldes nicht mehr länger alle Orte meiden, wo ein Hund auftauchen könnte. Sie stellte sich mutig ihren Ängsten und es flossen anfänglich viele Tränen. Tränen der Berührung, Tränen der Verdrängung, Tränen der Erleichterung, sie wurde oft von starken Gefühlen überwältigt.

 

Der Umgang mit starken Gefühlen ist eine wichtige Trainer-Kompetenz

Da der Umgang mit starken Gefühlen eine unserer wichtigsten Kompetenzen als Trainer/Coach ist, konnten wir ihr sehr gut erfahrbar machen, wie sie damit umgehen kann. Dabei spielen sowohl die Auslöser, in diesem Fall die Hunde, wie auch der Körper und die eigenen Gedanken eine wichtige Rolle. Auch die erlernten Zusammenhänge und Urteile über Gefühle sollen neu überpüft werden. Die von zu Hause erlernten Urteile über den Auslöser sind zudem stark prägend und werden im Verlauf des Coachings neu geordnet damit sich Blockaden lösen können.

 

Das Glücksgefühl im Training – wie kann das sein?

Heute war sie zum dritten Mal im Training und war wieder stark berührt. Dabei zeigte sich, neben Hoffnung und doch noch etwas Angst, erstmals auch ein grosses Glücksgefühl im Training. Sie konnte es kaum fassen. Dabei erklärten wir ihr, dass auch Glück ein häufig verdrängtes Gefühl ist und wir lernen müssen ihm wieder den nötigen Raum zu geben.

Wenn man nicht weiss, wie sich Glück als Gefühl anfühlt, dann kann es sein, dass man es sofort wieder verdrängt. Wir werden leider geschult darin, Glück als etwas Flüchtiges zu sehen, etwas Zerbrechliches, das man nicht festhalten kann. Oder gar etwas, was man sich erst hart verdienen muss. Oder man soll sich nicht zu früh freuen, es wird sich rächen…. es gibt so viele Vorurteile zu diesem Gefühl.

Zum Glück ist das Glücksgefühl ansteckend (genauso wie die meisten Gefühle) und so konnte auch ich als Coach heute morgen dieses Gefühl gut in mir wahrnehmen. Es ist ein warmes Gefühl, das in der Brust/Bauchregion angesiedelt ist. Menschen zu begleiten sich in ihrer Gefühlswelt zurecht zu finden, das befriedigt uns und macht viel Freude. Und wer kann das schon von seinem Job sagen?